Einer von Wir

by Thore

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1.
Ich fühlte mich am falschen Ort Fehl am Platz, gleich hier wie dort Es war nirgends warm, nur Feinde hier Bin ich nicht der Beste, flieg ich durch die Tür… Meint’s einer gut, kennt er mich noch nicht Komm find’s auch raus, schrei’s mir ins Gesicht Wer bist denn Du, wie kannst Du nur? Mach dich fort, komm lass uns in Ruh Denn du gehörst, nicht dazu Bist nicht wie wir, lass uns in Ruh Denn du gehörst, woanders hin Wo Menschen sind, die keine Menschen sind. Das saß so tief, war meine Welt Was mich tief drin, zusammen hält Saß ganz allein, im dunklen Raum Modrig feucht, und wusst‘ ganz genau Ja ich gehör, nicht dazu Bin nicht wie Ihr, lass Euch besser in Ruh Denn ich gehör, woanders hin Wo Menschen sind, die keine Menschen sind. Du schaust mich an, den Schalk im Blick so arglos lieb, vertraust mir blind Meinen kleinen Jungen nimmst Du in den Arm Wiegst ihn lieb im Arm, und sagst mir dann: Hey ich gehör ganz zu Dir Bin Einer von Wir, komm da raus zu mir Denn wir gehörn zusammen, gehen den gleichen Weg Weil wir Menschen sind, ja weil wir Menschen sind Und ich gehör ganz zu Dir Bin Einer von Wir, ich komm jetzt raus zu Dir Denn wir gehörn zusammen, gehen den gleichen Weg Weil wir Menschen sind, ja weil wir Menschen sind.
2.
Wie kann man nur kleine Kinder hauen Hand ins Gesicht, mit voller Wucht? Was hatt' ich Euch bloß getan? Mein Spielzeug nicht richtig weggeräumt Mit 5 noch mal in die Hose gemacht Und ähnlich böses Zeugs Wie kann man nur kleine Kinder hauen die die Welt neu sehn und verstehen wollen? so unschuldig arglos lieb? Die jeden Tag ein bisschen größer sind Die Schutz und Liebe suchen, wie jedes Kind Denen zieht’s den Boden weg Und die Trauer bleibt Ein Leben lang Ein Leben lang – Traurigkeit Ein Leben lang – Minderwertigkeit Ohne festen Halt Ein Leben lang – was ist falsch an mir? Ein Leben lang – bleib bloß weg von mir! Ein Leben lang – Mein Leben lang. Ich weiß, Euch quält der gleiche Scheiss Und gebt’s nur weiter, weil’s keiner besser weiß Von Kind zu Kind zu Kind So stehn wir verstört und voller Schuld Gemeinsam allein scheinbar ausweglos Wie gefrorn so ohne Sinn Denn die Trauer bleibt Ein Leben lang…
3.
Schon wieder 3, der Tag fast rum und wieder nichts wirklich geschafft. Der ganze Kleinkram frisst mein Leben auf. So komm ich niemals mehr voran… Den ganzen Scheiß mach ich doch nur für Euch Wer zahlt denn sonst das Haus, das Boot? Und abends bettel ich um ein bisschen Sex Hab ich das echt mal so gewollt? Und wieder mal sind nur die andern Schuld Und wieder mal bin ich fein raus Und wieder mal darf ich das Opfer sein schuldlos, unerkannt, arm dran… Die Sonne scheint im warmen Südwestwind Ne Möwe kreischt über dem Meer Alles perfekt – bis auf die Einsamkeit Wer lässt mich denn hier allein? Die Segel hoch und den Bug vor den Wind Abenteuer – Kurs voraus! Stattdessen hock ich hier allein Ruft denn das Meer nicht laut genug? Und heute ist mal niemand Schuld Heute will ich gar nicht raus Denn heute braucht mal niemand Opfer sein Mal gucken, was dann so passiert
4.
Buddha heute 03:37
Was ist nur schief gelaufen? Irgendwie alles so kalt Überall so hübsche Menschen Auf schnellem Weg von dort nach bald Es geht doch nur noch um Kohle Hier gespart und dort gezockt Mal hier zu viel und da zu wenig Ein ganzes Volk mit Tunnelblick Wo sind die Männer mit Visionen? Mit dem Blick für’s Große, Ganze? Aristoteles unserer Zeit? Der Karl Marx 2020? Wo sind die Frauen mit offenen Herzen? Weder käuflich noch korrupt? Ne moderne Maria Nur der Liebe zugewandt? Da draußen wird’s immer dunkler Im festen Griff von Geld und Macht Quetscht noch den letzten Rest aus unserer Erde Ausgewrungen, leer wie wir. Wo sind die Frauen mit Visionen? Mit dem Blick für’s Große, Ganze? Die Jeanne d’Arc unserer Zeit Anne Franck 2020? Wo sind die Männer mit offenen Herzen? Weder käuflich noch korrupt? Der Buddha von heute Nur der Liebe zugewandt?
5.
Mondmann 03:49
Lass meinen Freund in Ruh Ist der einzige, den ich hab Der einzige der bei mir blieb, Jeden Tag in jedem Jahr Er gehört zu mir Wie der Mann zum Mond Wie die Scham zum Haar Wie die Hand zum Tuch Jedes falsche, fiese Wort an ihn Das gilt auch mir Jedes schräge Licht von dir bringt gar nichts – wir lassen uns nicht dividieren Wie Pech und Schwefel So sind wir für uns Meine Seele gab ich ihm Jetzt passt er gut drauf auf Denn er gehört zu mir - Siehst Du nicht den Glanz Wie der Mann zum Mond - Den er ausstrahlt Wie die Scham zum Haar - Wie er die Freiheit Wie die Hand zum Tuch - Mit Spaß verpackt Mit Spaß verpackt, ja: Spaß! Ohne ihn wär ich nichts Also pass auf was du sagst Und wo wir grad dabei sind Ich glaub’s wär eh besser, wenn du jetzt gehst! Denn er gehört zu mir - Ich bin schon voll Wie der Mann zum Mond - Brauch niemand mehr Erst recht nicht so eine Spaßbremse wie dich Die mir auch noch die letzte Freude aus dem Leben klauen will Du Drachen Weißt du, was du für mich bist? Glaubst wohl, weil du keinen Spaß mehr im Leben hast. Musst du ihn mir jetzt auch klauen, was? Nee, Nee, nicht mit mir, Alter Du…. Du…. Ach hau doch ab!
6.
Auf einmal war alles anders es lag was in der Luft das Licht irgendwie heller ein anderer Geruch Um mich herum wurd‘s leiser Wie Ruhe vor dem Sturm Sekunden vor dem Urknall ich dreh den Kopf langsam herum Ich wusste, dass Du da warst Da standst Du noch vor der Tür Ich spürte Dich schon bei mir Da warst Du noch gar nicht hier Ich wusste, wie Du aussiehst und hatte Dich noch nie gesehn ich wusste als Du kamst: das bleibt Und jetzt ist alles anders So richtig und so viel Das Haus ist voller Leben Aus Eins und Eins wurd Vier Zurück ins Leben – liebend Spielerisch und frei Gemeinsam durch die Wogen Mittendrin statt nur dabei Du wusstest, dass ich da war da standst Du noch vor der Tür Du spürtest mich schon bei Dir da warst Du noch gar nicht hier Du wusstest, wie ich ausseh und hattest mich noch nie gesehn Wir wussten als Du kamst: das bleibt Und bleibt…
7.
Der Nächste 03:25
Hallo Du liebes Bänkerli Na, heute schon gerockt? Mit der Kohle andrer Leute Den Tag hindurch gezockt? Aus Geld irgendwie Geld gemacht Irgendwen dabei um seins gebracht? Hallo Du liebes Bänkerli Schiebst Geld von rechts nach links Und forderst satten Lohn dafür – na klar! Wie weit Du von uns bist Ein Knöpfchen hier ne Kerze dort Der Bulle schnaubt schon bist Du fort… Denn bei Euch gibt es keine Nächsten Die Nächsten sind zu weit Drum ist sich jeder selbst der Nächste Die Nächsten sind zu weit Kein Nächster weit und breit Hallo Du fettes Bänkerli Regeln sind nix für Dich Du setzt Dich durch mit Geld mit Macht Hast immer noch zuletzt gelacht Den Rest der Welt den gibt’s doch nur Damit auch irgendwer die Arbeit macht, nicht wahr? Sinnlos in den Tag hinein Sinnlos aus dem Tag hinaus Schlaflos durch den Zahlenwust Den Du uns jeden Tag antust
8.
Ja 03:12
Soll ich’s wirklich tun? Die Bahn liegt vor mir seelenruhig, hat schon viel gesehen Viele gehen, wiederkommen alte Hasen, so manches durchgeschwitzte Hemd Der Motor läuft, wartet auf mein Zeichen freudig erregt, bereit zum großen Sprung Darf mich entscheiden, Ja oder Nein Neue Horizonte, oder zurück ins Glied Da drüben steht sie, wieder mal schön wie immer, attraktiv wie nie Ich muss es wagen, einmal nur mein ganzes Leben, kommt sonst aus der Spur Wie viele Lächeln brauch ich noch? Wie viele Blicke krieg ich noch? Darf mich entscheiden: jetzt oder nie Neue Horizonte, oder zurück ins Glied Gar nicht so einfach, einfach nach vorn dieses Kribbeln, bringt mich noch um Gar nicht so einfach, Ja oder Nein und wenn ich scheiter, was wird dann sein? Soll ich’s wirklich tun, die Bahn liegt vor mir seelenruhig, hat mich noch nie gesehen Ich werd jetzt gehen, und wiederkommen als echtes Greenhorn mit durchgeschwitztem Hemd Der Motor schreit bedankt sich für mein Zeichen freudig erregt auf geht's zum großen Sprung Hab mich entschieden: natürlich Ja Neue Horizonte, weil dafür bin ich da War eigentlich einfach, einfach nach vorn da lang wo’s kribbelt, Lebendigkeit War ganz einfach, natürlich JA Weil wenn ich scheiter: ich komm schon klar
9.
Helgoland 03:18
Klare Kante, nordisch frei Der Wind ist hier zu Hause Horizonte kommen und gehen Ins Meer getupft, die Insel Auf geht’s nach Helgoland Mit Wind in unsern Haaren Auf geht’s nach Helgoland In eine andre Welt Wellen peitschen, die See wird rau Es heult und pfeift die Klippe Und durch den Nebel schemenhaft Klingt Störtebeckers Lachen Auf geht’s nach Helgoland Ein roter Fels mitten im Meer Mein Herz im Sturm erobert Und ist sie klein ist alles da Ja hier ist gut am Leben Auf geht’s nach Helgoland
10.
In St. Tropez war das Wetter so toll Fast wie jetzt hier Balkon, Frischluft, und die Sonne dazu Und Du reckst den Hals in die Höh Du willst noch mal braun sein So wie Du’s früher immer warst Und die Jungs haben gekuckt – ja Die Zeit läuft schnell, schneller als je zuvor Wie Wasser vor dem Fall Ne Erinnerung kommt, und Du lässt sie mal zu Ja ja, kriegst sie nicht mehr fort Du wirst nie mehr braun sein So wie Du’s früher manchmal warst Und auch die Jungs sind längst tot. Es war sicher nicht so leicht für Dich 2 kleine Bälger ohne Mann So fing’ s nach dem Krieg für Dich an Die Kirche, die Nachbarn, sie war’n doch alle gleich Verpiss Dich, Du gehörst nicht dazu, hau ab, und lass uns in Ruh Wir wissen, das war ok für Dich Die Zeit gab Dir dann letztlich Recht Doch Vertrauen, das gab’s nie mehr für Dich Selbst die Bälger war’n nie für Dich da doch, zum Schluss Mein Gott ging’s dann schnell Wir haben’s ja gar nicht richtig gerafft Und dann warst bei den Jungs Na schön, das war’s dann wohl Hey maach et joot Hoffentlich hast jetzt Deine Ruh Das war’s dann wohl Hey maach et joot Maach et joot Geboren noch unter Kaisers Gnaden Hitler gewählt und die Juden gehasst Hab’s halt nicht besser gewusst Im Krieg dann beide Brüder verlorn Vertrieben worden, hast das Leid gesehen, und am eigenen Leib erfahrn Trotzdem nie was draus gelernt Zum Schluss dann halt die Türken gehasst Dir ging’s nicht toll, hast nen Grund gesucht Es lag nicht an Dir, es warn die die anders sind Doch nicht Du Mein Gott gings dann schnell Wir habens ja gar nicht richtig gerafft Und dann warst bei den Jungs, Dann warst bei den Jungs Das war’s mit den Jungs Na schön das wars dann wohl Hey maach et joot Hoffentlich hast jetzt Deine Ruh Das war’s dann wohl Hey maach et joot Maach et joot

about

Meine Musik erzählt vom hingehen, nachschauen, fühlen, und loslassen. In Hunderten Facetten. Nicht hinzugehen ist zynisch. Hingehen ohne nachzuschauen ist naiv. Nachzuschauen ohne zu fühlen ist feige. Fühlen ohne loszulassen ist grausam.

Aber wer hingeht zeigt Neugier. Wer auch nachschaut findet Weisheit. Wer das Gesehene an sich heranlassen und fühlen kann, ist mutig. Und wer am Ende loslässt, heilt - sich und Andere.

In mir verbinden sich Musik und Loslassen zu weiten und eingängigen Songs. Von ganz ruhig bis rockig. Sie handeln von Prozessen, die ich erlebt habe und die meinem musikalischen Schaffen einen Sinn geben, indem sich Musik mit Loslassen zu etwas Neuem - vorher noch nicht dagewesenen - vereint.

Dabei ist dieser Weg völlig unabhängig von geschäftlichem Erfolg. Eine Textzeile, die Wörter in einen Zusammenhang setzt, der meinem Selbst nahe kommt und dies durch Musik dem ein oder anderen Dritten nahebringen kann, ist Erfolg im umfassendsten Sinne.

So trage ich meinen Teil dazu bei, dass wir uns verbinden und wieder zueinander finden können. Geht es hier letztlich um irgendwas anderes?

credits

released February 16, 2015

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about

Thore Helgoland, Germany

Thore, geboren 1969 in Köln, spielt Klavier mit 8 und Gitarre mit 14. Seitdem hunderte Auftritte. Arbeitete als Tontechniker, Produzent, und legt mit "Einer von Wir" eines der textlich und musikalisch interessantesten Alben der letzten Jahre auf den Tisch. Anspruchsvolle Songs, die unter die Haut gehen. Betreibt das Haus Witte Kliff auf Helgoland, ist ITler, Unternehmer und Pilot (CPL/IR). ... more

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